Fachbereich Öffentlicher Bereich und Umwelt
Profil
Im öffentlichen Bereich stellt sich die Mediation der Herausforderungen, dass die Verhandlungen vor dem Hintergrund des (gemeinsam zu definierenden) Allgemeinwohls, den widerstreitenden Interessen vieler Gruppierungen und unter Beobachtung der Öffentlichkeit stattfindet.
Ziel der Mediation ist ein maximaler Konsens zwischen allen betroffenen Interessengruppen sowie umfassende Information und Transparenz über die Planung - egal ob es sich um den Bau eines Einkaufszentrums, die Umgestaltung einer Grünanlage, Verkehrs- oder Fachplanungen bis hin zu übergeordneten Planungskonzepten handelt.
Unsere Erfahrungen umfassen folgende Arbeitsfelder: Beratung und Unterstützung von Kommunen, Behörden, Hochschulen, Unternehmen, Verbände, Initiativen bei der Konzeption, Steuerung, Moderation und Kommunikation mit Öffentlichkeit und im Innenverhältnis.
Handlungsfelder
Das Angebot im öffentlichen Bereich beschränkt sich nicht nur auf die Bearbeitung schon vorhandener Konflikte, sondern auch um ein vorausschauendes Konfliktmanagement, bzw. Konfliktvermeidung durch Dialog, Information und Transparenz. Die Arbeit des Fachbereiches umfasst die folgenden Handlungsfelder im Umgang mit Konflikten im öffentlichen Bereich:
- Stadtentwicklung: Zum Beispiel Stadt(teil)entwicklung mit Bürgerbeteiligung, Begleitende Umsetzung eines Bürgerbegehrens.
- Planungs- und Sanierungsprojekte: Vermitteln bei Konflikten, um Planungen im Konsens umzusetzen, Kommunikation der Planung im Dialog mit allen Beteiligten.
- Umwelt, Verkehr: Verhandlungen und Interessensabstimmungen aller Betroffenen z.B. bei "Runden Tisch"- Gesprächen.
Mediation Einkaufszentrum Weiden
von Brigitte Gans
Mediatorinnen: Brigitte Gans, Mediatorin und Ausbilderin BM und Christa Schäfer, Anwältin und Mediatorin (IHK)
Anlass und Kontext: Auftraggeber war die Stadt Weiden/Oberpfalz, die einen Ausweg aus dem Streit um den Bau eines Einkaufszentrums in der Innenstadt suchte. Es ging einerseits um das Projekt eines Investors, der 100 Mio Euro in Weiden investieren wollte, andererseits um die Zukunft der Weidener Innenstadt.
Aufbau der Mediation: Die Mediation fand in zwei Gremien statt: Eine Arbeitsgruppe als Mediationsgremium mit 8 Vertretern für die wesentlichen Interessengruppen; ein Runder Tisch als „Vollversammlung“ mit ca. 20 Repräsentanten der Stadtgesellschaft.
Anzahl der Sitzungen und Dauer der Mediation: Die Mediation konnte in 6 Sitzungen der Arbeitsgruppe mit jeweils zwischen 4 und 5 Stunden sowie 3 Sitzungen des Runden Tisches mit je 4 Stunden abgeschlossen werden. Hinzu kamen Vorbereitungs- und Einzelgespräche.
Themen und Ergebnisse:
Thema 1: Ziele für die Innenstadt und Funktionen/Angebote des Einkaufzentrums
Ergebnis: Kriterienkatalog zur Prüfung von Lösungsoptionen für das Einkaufszentrum
Thema 2: Einzelhandelsverträglichkeit eines EKZ in Weiden
Ergebnis: Konsens zur sortimentspezifischen maximal zulässigen Verkaufsflächen für das Einkaufszentrum
Thema 3: Städtebaulich-architektonische Rahmenbedingungen
Ergebnis: Konsens zu den wichtigsten Aspekten wie Verkehrseinbindung, Überbauung vorhandener Straßen, Lage der Ein- und Ausgänge, zeitliche Zugänglichkeit, Festlegungen zum Architektenwettbewerb.
Gesamtergebnis: Die neunseitige Empfehlung an den Weidener Stadtrat wurde von allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe und des Runden Tisches unterzeichnet und später im Stadtrat einstimmig beschlossen. Inzwischen soll das EKZ mit neuem Investor gebaut werden; Ende 2014 befand sich der Bebauungsplan in der Öffentlichkeitsphase. Das Zentrum soll 2017 eröffnet werden.
Einen ausführlichen Bericht finden Sie unter : 100 Millionen Euro Projekt im Konsens ausgehandelt.
Ansprechpartner
Sonja Epple
Brigitte Gans
Mail: oeb@bmev-muenchen.de
Die Fachbereiche
- sind Teil der Regionalgruppe München des Bundesverbandes für Mediation (BM)
- verbinden anerkannte Mediatoren (BM) und Ausbilder (BM) aus unterschiedlichen Berufsfeldern mit vielseitigen Erfahrungen in Wirtschaft und Organisationen und sichern somit einen interdisziplinären Austausch.